Jörg's Bericht zum Transvulcania 2018

Transvulcania 2018

Es ist geschafft, der härteste Lauf in meiner noch jungen Laufkarriere, der Transvulcania Ultramarathon ☺️

zuerst möchte meinem Schatz Katja danken für alles was sie in den letzten 14 Tagen hier auf La Palma für mich getan hat und vor allem am Lauftag 😘 dann bedanke ich mich bei allen die mir die Daumen gedrückt haben und mitgefiebert haben und vor allem unserem Vermieter Mathias der extra nur wegen mir nach Los Llanos gekommen war um mich auf der Zielgeraden in Empfang zu nehmen 😁 und für das tolle Foto! Der Tag begann schon früh, um 2 Uhr aufstehen, dann runter nach Los Llanos wo der Bus um 3 Uhr 30 Richtung Faro, im Süden, los fuhr. Um 4 Uhr 30 angekommen ging es bei böigem Wind noch 1,5 km die Straße runter Richtung Start, wo man dann versuchte dem starken Wind, bis zum Start, noch irgendwie aus dem Weg zu gehen, was aber nicht gelang. Um 5 Uhr 30 machten mein Vereinskollege, Miguel und ich uns fertig für den Start und überquerten um 5 Uhr 37 die Kontrollmarke. Die Atmosphäre und Stimmung im Startbereich war super. 2 Minuten vor dem Start kam dann das Maskottchen, der Astronaut, von Scheinwerfern angestrahlt, den Berg herunter und die Gänsehaut war perfekt. Pünktlich um 6 viel der Startschuss und es ging los. Der Tross kam langsam in Bewegung und ein Feuerwerk kam auch noch dazu, einfach genial. In diesem Jahr wurden die ersten Meter, ca. 1,5 km auf die Straße verlegt um das Ganze etwas zu entzerren um den sehr schmalen Wanderweg, auf den man nur zu zweit nebeneinander passt, zu umgehen. Das sorgte bisher immer für einen größeren Stau und einige Verletzungen. Nach den 1,5 km ging es dann aber doch auf den Wanderweg und es kam aber trotzdem noch zu einigem Gewusel, ganz lässt es sich leider nicht vermeiden bei so vielen Läufern. Nun ging es schön gemütlich, wie an der Perlenschnur aufgezogen, steil, durch die weiche Lavaasche, den Berg hinauf Richtung Los Canarios, wo wir dann um kurz nach 7 eintrafen und von einer Menschenmasse in Empfang genommen wurden die einfach der Hammer war und wieder war sie da, die Gänsehaut. Da die Sonne langsam aufging verstauten wir unsere Stirnlampen, die Pflicht sind, in unseren Rucksäcken und nahmen den nächsten steilen Abschnitt, Richtung Las Deseadas in Angriff. Dieser Abschnitt hat es richtig in sich und ist meiner Meinung nach das schwierigste Stück, weil es steil ist und weil es zu 80 % aus weicher Lavaasche besteht und man somit nur schwer vorwärts kommt und einem bereits hier schon einiges an Kraft aus den Beinen gezogen wird. Auf ca. 1850 m angekommen geht es dann 6 km wieder bergab, nach El Pilar, ca. 1450 m Höhe. Hier liessen wir es dann teilweise richtig laufen und hatten sogar mal nen Schnitt unter 5 Minuten 😁 man darf aber nie vergessen, man befindet sich nicht auf einer befestigten Straße und der Blick ist immer nach unten gerw, einmal nicht aufgepasst und man einen richtig derben Abflug, genügend Läufer kommen mit Blessuren ins Ziel, weil sehr häufig stolpert oder umknickt, zum Glück ging bei uns alles gut, man konnte sich immer irgendwie abfangen. In El Pilar angekommen wurde ich dann von Katja verpflegt und füllte meine Flaschen und Rucksack wieder auf, Miguel brauchte etwas weniger Zeit und von da liefen wir leider getrennt, er immer ein paar Minuten vor mir, wir trafen uns aber immer an den Versorgungspunkten. Von El Pilar aus, hier wurde jetzt das Wetter auch schlechter, weil man sich auf dieser Höhe meist in den Wolken befindet, ging es dann ca. 7 km über eine befestigte Piste, die teilweise sehr matschig war. Am Ende der Piste geht es dann wieder in den Berg, Richtung Pico de la Nieve auf eine Höhe von ca. 2.000 m, wo man dann, wegen dem Versorgungspunkt erst wieder einige hm bergab muss. Dort angekommen Miguel getroffen, kurz gequatscht und etwas gegessen und getrunken. Dann geht es über einen steilen unbefestigten Hang den Berg rauf, teilweise mit Hilfe der Hände, um wieder auf den eigentlichen Weg, GR 131, zu kommen. Dort endlich angekommen geht es weiter Richtung Pico de la Cruz, 2.294 m. Hier merkt man dann doch langsam die Höhe, die Wege sind hier zwar fester, aber teilweise so unwegsam, daß man auch hier nicht mal so eben locker laufen kann. Oben angekommen der nächste Versorgungspunkt, wieder Miguel getroffen und das gleiche Spiel, kurz gequatscht, verpflegt und weiter, Richtung Gipfel dem Roque de los Muchachos, 2.420 m hoch, wo der nächste Versorgungspunkt auf einen wartete. Die jeweiligen Abstände betragen nur um die 5 km, aber durch die Höhe und die bis dorthin zurückgelegte Distanz, verlangen sie einem einiges ab. Nach 8 h 45 war es dann endlich soweit, ich hatte den Gipfel erreicht ☺️ nun sollte man nicht meinen das man es geschafft hat und die letzten Kilometer 23 km ein leichtes Spiel würden, weit gefehlt, erst geht es auf der Hochebene noch einige km auf und ab und jede jetzt nur kleinste Steigung macht einem auf 2.400 richtig zu schaffen, also nix wo man sich mal eben, wie bei anderen Läufen, etwas erholen kann. Dann irgendwann geht es bergab und an mal eben downhill ballern ist hier nicht zu denken, selbst wenn man hier gerade erst los laufen würde. Wie Miguel hinterher sagte, zur Information er hat schon den ein oder anderen harten Ultra hinter sich, wie Brocken Challenge oder UTMB, hier kann man ja nich einmal irgendwo normal laufen! Der nächste Versorgungspunkt war dann am El Time, ca. 12 km vor dem Ziel. Hier hatte ich zu Miguel fast wieder aufgeschlossen und wir gingen gemeinsam über die Zeitnahme, nur leider geht es von dort Richtung Tazacorte so steil bergab, über sehr heikle Passagen, das man hier noch echt lockere Beine haben muss um hier einigermaßen gut und schnell den Berg herunter zu kommen, die ich leider nicht mehr hatte und an eine Zeit von ca. 40 Minuten, die ich vor ein paar Tagen brauchte nich zu denken war, im Gegensatz zu Miguel, der sich dann schnell absetzen konnte. Zwar langsam, aber wenigstens heile kam ich dann nach ca. 1 Stunde in Tazacorte an, wo nochmal richtig die Post abging. Dadurch das ja hier der Zieleinlauf der Marathonis ist, war hier, wie auch bereits 2 Tage vorher zum Vertikallauf, der Bär los und man wurde nochmal etwas aufgeputscht. Ich war aber mittlerweile schon so platt, dass ich mir noch 2 Becher Cola gönnte und beschloß die letzten 5 km, wo ja auch nochmal ca. 350 hm auf mich warteten, auf mehr gehende Weise zu absolvieren. Für diese letzten km brauchte ich dann noch 1 Stunde, hatte ich aber im Vorfeld auch schon so eingeplant. Irgendwann als ich die letzte Rampe hinter mich gelassen hatte und mir an dem letzten Wohnhaus am Hang nochmal Wasser, mit dem Schlauch, über meinen Kopf laufen ließ, bog ich auf die knapp 2 km lange Zielgerade ein, eine schnurgerade, leicht ansteigende breite Straße, wo ich jetzt anfing, diesen letzten langen Meter zu genießen. Die Zuschauer wurden nun langsam immer mehr, feuerten einen an und klatschten und Kinder hielten einem ihre Hände hin zum Abklatschen. Die letzten Meter ging es dann über einen orangenen Teppich und einem Spalier von Menschen über die Ziellinie, wo Katja mich auch erwartete, Nach 12 h und 25 Minuten hatte ich es geschafft und somit meine geplante Zeit nur knapp verfehlt. Alles in allem aber glücklich und froh dieses harte Brett geschafft zu haben! ☺️

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