100 km in Biel: 2009 und 2019

Liebe Lauffreunde,
 
einige von euch wussten das ich bereits seit Monaten geplant hatte 10 Jahre nach 2009 wieder in Biel zu starten. Damals mit Klausi gemeinsam war das schon eine dolle Angelegenheit die mri natürlich und wohl auch Klaus immer im Gedächtnis bleibt - ist halt so ähnlich wie beim 1.Marathon. Klausi hatte leider schon frühzeitig auf einen nochmaligen Start in der Schweiz verzichtet - ich gehe einmal davon aus das seine Vorliebe zu trailigen Untergründen nicht seinen Wünschen entsprachen.
Bedingt durch seit April andauernde Probleme mit der Muskulatur und nur einmal wöchentlichen Training oder Wettkampf war ich mit Martina lange am überlegen ob der Aufwand gerechtfertigt ist. Die Testläufe wie beim Vivavest zum Beispiel liessen eigentlich eine maximale schmerzfreie Laufzeit von gut 2 Stunden zu. Erschwerend kam hinzu das Martina am Anfang der Woche vor dem Start noch hohes Fieber bekam.
Kurzum die Entscheidung ob starten oder nicht ist sozusagen in letzter Minute gefallen.
Den Vorschlag meiner Frau ich könnte ja auch bei dem 56km Lauf starten traf bei mir keinerlei Zustimmung. Bei dem Aufwand ganz oder garnicht.
Am Rande von Biel in Sutz hatte ich auf Empfehlung von Jens Vieler einen Campinglatz vorgebucht, die Vignette war bestellt - und meine Frau gab letztendlch das Startzeichen - auf nach Biel.
Aus meiner Erinnerung kannte ich von Biel natürlich nur wenig, die Nummer mit Klaus (Freitag Mittag mit Zug ab Bochum-Biel, um 22:00 Uhr Start, und Samstag Mittag mit dem Zug zurück) war mir deutlich zu sportlich mit Martina. 1 20190607 105842
Der Startort hat sich gegenüber 2009 verändert, jetzt wird direkt in der Innenstadt gestartet und dort ist auch das Ziel. Pünktlich um 21:00 Uhr also eine Stunde vor dem Start fing es an in Kübeln zu regnen und hörte letztendliche erst bei Sonnenaufgang wieder auf. Direkt nach dem Start wurde erst einmal der Innenstadtbereich mehrmals-gefühlt kreuz und quer durchlaufen bevor es über mir noch bekannte Anwohnerstraße in den Berg ging. Die Strecke bis zum Ziel des HM (Der HM fing um 22:30 an) war leicht wellig aber insgesamt für gut trainierte Läufer auch gut laufbar.
In der Folge ähnelte sich der Untergrund zwischen Asphalt- und Schotterabschnitte abwechselnd - leider teilweise auch ähnlich bescheiden wie in unserer Runde oben im Holz.
Nach ca. 30km bekam ich die erwarteten Schmerzen am linken Fuß, d.h. vorne im Bereich des dicken Onkel. Beim VP km 38 fragte ich mich zum Sani durch und bekam dann auch recht fachmännisch ein Blasenpflaster unter dem dicken Onkel geklebt.
Weiter ging es durch die Nacht zum Ziel des 56km Laufes, hier hätte ich mit einer offiziellen Zeitmessung das Rennen beenden können. Statt aufzuhören suchte ich meinen dort deponierten Dropbag der wie bei allen anderen nicht auffindbar war - ich denke die Bags wurden garnicht hierhin transportiert. Also weiter schön im Wechsel vom Lauf- in den Wanderschritt. Jetzt muß doch irgendwann der berühmte gefährliche Pfad kommen den ich beim letzten Male nur mit Stirnlampe hinter anderen gelaufen bin um kein Risisko einzugehen. Diesmal wurde es aber hell - und der Pfad stellte sich für mich als harmloser als ein Spaziergang im Stadtgarten von Wattenscheid heraus.
Bei km 76,70 kam der nächste VP mit Zeitmessung - mir war zwar klar das ich das Rennen erst im regulären Ziel beende aber nicht wie lange das noch dauern würde. Also weiter auf mittlerweile doch echt langweilige Wege oder Straßen immer im Wechsel laufen und gehen. Die ganze Zeit bis zum Ziel eigentlich hatte ich immer die gleichen Leute um mich herum, wobei die es irgendwie schaffen ein Tempo von 7,50 - 8,00 km/h zu laufen. Bei mir ging nur 5 km/h gehen oder 9- 9,50 km/h laufen. Schon irgendwie blöde wenn ich auf einer kurzen Strecke mehrmals jemand überhole und der überholte dann kurz später wieder an mir vorbeigeht.
Die letzten 20km zogen sich wie ein Kaugummi, immer am Fluß lang auf Schotter, keine Abwechselung für die müden Beine. Klaus ich kann dich verstehen warum du hier nicht starten wolltest. In Normalform und gesund würde ich in einem vernünftigem gleichmäßigen Tempo bis in das Ziel rennen. Eine Zeit von 11:30 Stunden wäre für mich bei normaler Vorbereitung auch in 2019 möglich gewesen, den Versich eine Zeit unter 12 Stunden zu laufen habe ich mir geschenkt und trottelte sozusagen die 23,30km ab der letzten offiziellen Zeitmessung in einer Zeit von über 3 Stunden bis ins Ziel, mancher Walker wäre schneller gewesen.
1 20190608 075535Bei km 80 hatte ich Martina über meine wahscheinliche Ankunftzeit infomiert. Einfache Rechnung, letzte Marathonzeit vom Vivavest = 4:13h x 3 = 12:39h. Das passt immer früher ging das bei mir übrigens auch mal mit 3:10h x 31 20190610 182027
So Feierabend mit Biel. Fazit: Der internationale Flair von 2009 hat nachgelassen wie die Starterzahlen, die Streckenführung hat sich negativ verändert - dafür haben sich aber die Startpreise erhöht. Zweimal Biel reicht und das schreibe ich nicht weil ich selber älter und langsamer geworden bin. Biel hat sich totgelaufen.
Jungs und Mädels meine Gelenke sind einigermaßen brauchbar in Wattenscheid angekommen - ich denke ich bin bei Ankes Läufchen auf schöööööönem Untergrund dabei - halt slowly.
Vielen Dank an meine Frau Martina, an die Jungs die am Samstag aus der Ferne den Lauf verfolgten und allen anderen.

 
Euer
Harald
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Tags: